Clickertraining!? – Was ist das denn?

Clickern wird als eine Trainingsform zur positiven Bestärkung erwünschten Verhaltens definiert und basiert auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Verhaltensforschung.

Das Stichwort ist „operante Konditionierung“, was im Alltag so viel wie „Lernen am Erfolg“ bedeutet und von B.F. Skinner entdeckt wurde. B.F. Skinner war ein US-amerikanischer Psychologe und bewies seine Theorie, dass wenn ein Lebewesen eine natürliche, zufällig entstandende Reaktion (ohne Eingreifen von außen) zeigt und diese dann auf einen Beweggrund trifft, warum es sich lohnt diese Reaktion zu wiederholen (Clicker + Belohnung), dann wird das Verhalten bestärkt -> Verhaltensverstärkung .

Aufgebaut hat Skinner seine Theorien aber auf die Ergebnisse von Thorndike, der ebenfalls US-Amerikaner und Psychologe war. Er entdeckte, dass wenn auf ein zufälliges Verhalten eine Belohnung folgt, eine Festigung oder eine Verstärkung des Verhaltens auftritt.

Ja, aber wer hat denn nun das richtige Clickertraining erfunden? Das war Karen Pryor, die ebenfalls aus den USA kommt und nach ihrer Arbeit mit Delfinen daraus 1960 das Clickertraining entwickelte. Heute ist sie anerkannte Tiertrainerin und Autorin von insgesamt 6 Büchern (3 von diesen sind sogar in deutscher Sprache erhältlich) .

Um zu Clickern braucht es nicht viel – nur einen Clicker und eine Belohnungsform:

Ein Clicker ist ein Plastikgehäuse mit einem Metallblatt oder einem Plastikknopf. Es geht darum, dass es ein immer gleichklingendes Geräusch erzeugt, vermutlich könnte man auch zum Beispiel einen Kugelschreiber nehmen und herunterdrücken.

Das Schöne am Clickern ist, dass jeder es lernen kann und es überhaupt nicht schwer ist: Wichtig zu beachten ist, dass der Click KEINE Belohnung an sich ist. Der Clicker ist eine Ankündigung der Belohnung, weil ein Pferd einen Gedächtnisspeicher von 2 Sekunden hat. Das bedeutet, dass es Belohnungen nur mit dem Gemachten von vor 2 Sekunden in Verbindung bringen kann. Mit dem Clicker können wir so viel genauer dem Pferd zeigen: „Hey! Das gerade hast du super gemacht! Du bekommst dafür jetzt deine Belohnung!“ und damit den Gedächtnisspeicher verlängern, somit das Pferd lernt, dass es Dinge richtig macht wenn es den Click hört. Belohnungen können ganz im Sinne des Pferdes gehandhabt werden: Leckerlie, Lieblings-Kraulstelle oder auch beispielsweise ein Ball-Spiel. Alles das, was als Verhaltensbestärkung für das jeweilige Pferd in Frage kommt – also das Pferd dazu bringt das vorher gezeigte Verhalten zu wiederholen. Das setzt voraus, dass das Timing beachtet wird und schnell geclickt wird. Nach ein paar Mal üben sollte das aber keine große Schwierigkeit mehr sein und das „Drücken“ des Clickerblattes wird schnell vertraut sein.

Clickern bringt absolute Freude!

Clickern bedeutet: Trainieren mit positiver Verstärkung! Das Richtige zu belohnen, anstatt das Falsche zu bestrafen! Das führt unter Anderem zu schnellen Lernerfolgen.

Wisst ihr, was auch noch toll am Clicker ist außer dem Lernen ohne Frustration und Unlust und dem gemeinsamen Spaß!? Der Mensch achtet nicht (mehr) auf die Fehler und Dinge, die das Pferd falsch macht, sondern konzentriert sich voll und ganz auf das Positive – Der Mensch lernt umzudenken!

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